
Samma somma beim Sommablut singen?
Zurück zur Übersicht
 | Foto: RainerSturm / pixelio.de | Es ist schwer zu sagen, was das Highlight der Eröffnung des Kulturfestivals war, da alle Darbietungen einfach großartig waren und viel Spaß gemacht haben. Eines der Highlights war aber sicherlich Gebärdensprachendolmetscher Marco Gonzales. Auch wenn der Zuschauer eigentlich davon ausgeht, dass ein Gebärdensprachendolmetscher auf einer Kulturveranstaltung eher eine Randerscheinung ist, begeisterte Gonzales das Publikum immer wieder mit seinen Übersetzungen. Seine Gesten und Gebärden halfen selbst denen, die eigentlich nicht der Gebärdensprache mächtig waren, zum Beispiel die mitreißenden Ausschnitte aus den schönsten italienischen Opern zu verstehen. Zu Recht bedankte sich der Moderator des Abends, Lars Ruppel, immer wieder bei Gonzales und wies das Publikum auf besonders schöne Gebärden hin.
Durch die Eröffnung wurde noch einmal deutlich, warum der Zusatz Festival der Multipolarkultur tatsächlich am besten die Vielfalt des Kulturfestivals beschreibt. Das Programm des Abends entführte in die unterschiedlichen Welten von Musik, Tanz und Literatur, aber auch auf andere Kontinente. Es zeigte unterschiedliche Sichtweisen auf und regte dazu an, nicht nur zu beobachten, sondern sich auch zu beteiligen.
Zu Beginn des Abends wärmten Stefan Kleinstück und Hans-Georg Stallnig das Publikum im wahrsten Sinne des Wortes auf. Anschaulich erklärten sie den Zuschauern ihr Tanzprogramm für Demenzpatienten, in dem sie sich Tanzpartner aus dem Publikum suchten und die Zuschauer immer wieder zum mittanzen aufforderten. So verwandelte sich das Foyer des Club Bahnhof Ehrenfeld in eine Party. In einer Polonaise marschierte das Publikum dann in den eigentlichen Vorstellungssaal.
Wortakrobatik präsentierte Moderator Lars Ruppel mit seiner Darbietung „Holger die Waldfee“. Witzig und äußerst unterhaltsam verpackt Ruppel gesellschaftskritische Themen in seine Slam Poetry. Auch Edgar Wallis und DJ ImmiG von der Gruppe Afrodeutsch bewiesen ihre Wortgewandtheit. In ihren Texten geht es um den Alltag der in Deutschland lebenden Afrodeutschen, den sie in einem Mix aus Rap und Hip Hop präsentieren.
Die bezaubernde blinde Sängerin Leslie Mader präsentierte einen Auszug von vier Liedern aus ihrem Repertoire. Beim Lied „Someone like you“ aus dem Musical Jekyll und Hyde, wurde das Licht ausgeschaltet und so konnten sich die Zuschauer auf Maders beeindruckende Stimme konzentrieren, die bei diesem Song an eine Prinzessin aus einem Disneyfilm erinnerte.
Eine Atmosphäre wie in einem Märchen aus 1001 Nacht kreierte auch Mehmet Akbas mit seiner Band. Wie selbstverständlich vereint seine Musik bekannte Musikinstrumente wie Gitarre und Bass mit den exotischen Klängen von Baglama, einer türkischen Laute und Duduk, einer armenische Flöte. Zusammen mit Akbas facettenreicher Stimme nahm der Sänger das Publikum mit auf eine Reise in den fernen Orient.
Bunt präsentierte sich der Schwullesbische Chor der Hochschule für Musik und Tanz Köln. In bunten T-Shirts zeigte der Chor ein vielfältiges musikalisches Repertoire. So erklärten sie dem Publikum in einem Lied, wie es dazu gekommen war, dass der Chor beim Sommerblut Festival auftrat, nämlich durch die Frage „Samma somma beim Sommablut singen oder somma Sommablut Sommablut sein lassen?“ Rolf Emmerich, Leiter des Festivals, erklärte den Song kurzer Hand zur Hymne des Abends und bat am Ende der Eröffnung noch einmal alle gemeinsam das Lied anzustimmen.
Klaus Schäfer, Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, dankte in seiner Eröffnungsrede allen Beteiligten für ihr Engagement, und kam zu dem Schluss, dass Sommerblut und Herzblut ja auch ganz gut zusammen passen.
Ebenso lobte Andrea Asch, Vorsitzende des Vorstands von Sommerblut Kulturfestival e.V., die Beteiligten und die Vielfalt des Programms. „Inklusion, Buntheit, Vielfalt, das ist das was wir für unsere Gesellschaft wollen, und das ist es, was wir für Sommerblut wollen!“
Das Festival läuft noch bis zum 28. Mai. Tickets können auf der Homepage des Sommerblut Festivals unter http://2012.sommerblut.de/ erstanden werden. (mu)
(or) | | Weitere Artikel:
| |
Dafür interessieren sich andere Benutzer: ABS, Altes Pfandhaus, Gloria Theater, Gross St. Martin, Kulturkirche Köln, Kölner Dom, Lutherkirche, Musical Dome, Odonien, Sankt Peter, St. Georg, Stadtgarten, Subway, Tanzbrunnen, Zoo und Aquarium Köln
|
-
Durchschnitt: 0 bei 0 Wertungen
Ihre Wertung: Durch Klick auf einen der Sterne bewerten Sie diesen Artikel
|
|
|
|