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Kunst und Kultur
Neue Führungen beim Frauengeschichtsverein 

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Foto: Greven
Im Rahmen des Internationalen Frauentags lädt der Kölner Frauengeschichtsverein zu neuen Stadtspaziergängen ein: Bei der ersten Tour verrät uns eine vornehme Patrizierin aus dem 15. Jahrhundert viel über den damaligen Umgang mit Leben und Tod. Als vermeintliches Pestopfer schon beerdigt, wurde Frau Richmodis glücklicher Weise wieder rechtzeitig ausgegraben und lebte noch lange. Aus der wunderbar erretteten Sagenheldin wird später der Fall Richmodis in der medizinischen Fachliteratur: ein schauriges Exempel einer weit verbreiteten Angst, den Tod nicht zu erkennen. Die „Pädsköpp om Nümaat“ erinnern an diese Geschichte. Sie sind eine Station der neuen Stadtführung, die unter dem Titel „Gesundheit ist weiblich“ Frauen als Heilende, Pflegende und Leidende im Laufe der Geschichte in den Blick nimmt. Schon in der Frühen Neuzeit mussten weise Frauen mit damaligen Ärzten konkurrieren, und auch die ersten studierten Ärztinnen hatten es ein paar Jahrhunderte später nicht einfach, anerkannt zu werden.
Premiere: 6. März um 14 Uhr, Treffpunkt: Kattenbug / Ecke Zeughausstraße

Der zweite neue Stadtrundgang „Auf den Spuren von Hilde Domin“ führt durch das Agnesviertel in den Rosengarten und portraitiert die engagierte, in Köln geborene Schriftstellerin. Ihr Leben beschrieb sie als »Sprachodyssee «, als Wandern von einer Sprache in die andere. Aufgewachsen in einer jüdischen Familie ging sie zum Studium nach Heidelberg und Italien. 1940 emigrierte sie mit ihrem Mann über England in ihr endgültiges Exilland, die Dominikanische Republik. Hilde Domin jonglierte mit den Sprachen, besonders mit denen ihrer Exilländer. Zunächst übersetzte sie, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Ausgelöst durch eine schwere Krise kam sie zum Schreiben. 1959 erschien in Deutschland ihr erster vielbeachteter Gedichtband „Nur eine Rose als Stütze“. Mit ihrem Mann kehrte sie nach Deutschland zurück. Hilde Domin gilt als „Dichterin der Rückkehr“. Ihre Werke befassen sich mit Verlusten, aber auch mit dem Gewinn von etwas Neuem. Ihre Dichtung war politisch, kreativ und gleichzeitig einfach. Bis ins hohe Alter unternahm sie Lesereisen, u. a. in Kirchen, Schulen und Gefängnisse.
Premiere: 7. März um 14 Uhr, Treffpunkt: Riehler Str. 23

Weitere Infos unter Tel. 0221 248265 oder http://frauengeschichtsverein.de


(pf)

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